3D-Druck als Retter für die europäische Industrie

Industrie 4.0 und 3D-DruckDie Schlagzeilen zum 3D-Druck zeigen, dass es für die modernen Geräte im Prinzip keine Grenzen bezüglich der Druckobjekte gibt. Experten gehen jedoch davon aus, dass sich der Anteil von 3D-Drucken innerhalb der industriellen Produktion in den kommenden 30 Jahren nur geringfügig erhöhen wird. Dennoch spielt diese Technik eine entscheidende Rolle, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Digitalisierung in der Industrie – der kurze Weg von der Idee zum Produkt

Im März dieses Jahres entstand in der Nähe von Shanghai die erste Riesenvilla aus dem Drucker – in zwei Tagen 1.100 Quadratmeter. Ein genauer Blick zeigt zwar, dass es sich hier lediglich um die Errichtung der vertikalen Wände im Innen- und Außenbereich handelt, dennoch gehört die Villa zu den eindrucksvollsten Beispielen, wie die industrielle Fertigung im Zuge der Digitalisierung in Zukunft aussehen könnte, sozusagen die Industrie 4.0.

Auch wenn es so einfach ist (für die Baustoffe aus dem 3D-Druck reicht eine digitale Zeichnung und schon wird mit einem Knopfdruck produziert), sehen Experten in naher Zukunft keine radikale Änderung der industriellen Fertigung hin zum Digitalverfahren. Was heutzutage aus dem 3D-Drucker kommt, ist zumeist auf sehr spezielle Bereiche beschränkt und das würde sich auch in den kommenden 30 Jahren kaum ändern.

Bisher kaum Aussicht auf billigere Produktion

Ein weiteres Hindernis für die stärkere Ausbreitung des 3D-Drucks in der Industrie ist die Tatsache, dass selbst bei der Massenproduktion im Vergleich zur herkömmlichen Herstellung keine Einsparungen zu erwarten sind. Das wäre laut Experten nur dann möglich, wenn man mit dem 3D-Druck Objekte herstellen könnte, die mit der konventionellen Fertigung nicht möglich wären.

Außerdem kommt es auf den Einsatzbereich der Druckobjekte an. In der Flugzeugindustrie ergeben sich z.B. sehr gute Einsparungen durch den 3D-Druck, auch wenn die Entwicklung hier wesentlich mehr Kosten verursacht. Die schnelle Herstellung komplexer geometrischer Formen ermöglicht z.B. die Konstruktion deutlich leichterer Flugzeuge, mit denen schnell 5-stellige Summen eingespart werden können.

3D-Innovationen als entscheidender Konkurrenzfaktor

Auch wenn diese Vorhersagen für die 3D-Entwicklung in der Industrie eher Zurückhaltung ausdrücken, so ist der 3D-Druck dennoch entscheidend für Europas Industrie. Nur durch diese Innovation könne sich Europa laut Expertenaussage gegenüber der Produktion in Billiglohnländern behaupten.