Instrumente aus dem 3D-Drucker – Alles reine Zukunftsmusik?

Musikinstrumente aus dem 3D DruckerWenn es nach dem Neuseeländer Ingenieur Olaf Diegel geht, würde er am liebsten ein ganzes Orchester mit 3D gedruckten Instrumenten versorgen. Hört man ihn über seine selbst entworfenen Instrumente reden, wird man förmlich von seiner Begeisterung für diese neue Technik angesteckt.

Nachdem der Professor der Mechatronik dem 3D Drucker schon ein Schlagzeug und eine E-Gitarre entlockte, war die Motivation einfach zu groß, die Rock´n´Roll Formation zu vervollständigen. Sein neuester Clou, das gedruckte Saxophon aus 41 Nylonteilen ist gerade mal 575 Gramm schwer. Am Klang muss jedoch noch etwas geschraubt werden. Studenten ist es 2013 auch schon gelungen, eine Ukulele zu drucken.

Von der Idee bis zum ersten Klang
Der Entstehungsprozess startet immer zuerst am Computer, wenn mit der richtigen Software das Design entworfen wird. Das kann einige Tage oder sogar Monate dauern, laut Diegel hängt dies ganz von der Komplexität des Instruments ab. Eine gedruckte E-Gitarre aus Plastik bekommt nach dem Drucken natürlich auch noch den passenden Anstrich, etwa mittels Airbrush.

Ganz nach dem Geschmack des Neuseeländers darf dieser ruhig bunt oder in den Farben der amerikanischen Flagge sein. Schrille Designs wie eine von Plastikspinnen bevölkerte Spinnennetzgitarre sind optisch ein absolut individueller Hingucker. Solche originell gestalteten Gitarren bekommt man schon für $3000 bei Cubify.

Funktionieren die Musikinstrumente tatsächlich?
Wer sich einmal bei Youtube ein Video angesehen hat, wird absolut begeistert sein, vom Klang der 3D gedruckten Instrumente. Sie kommen dem Sound ihrer traditionell gefertigten Kollegen überraschend nah.

Für den perfekten Sound einer E-Gitarre bedarf es aber zusätzlich auch eines gewöhnlich produzierten Gitarrenhalses und der Bridge. Auch das Saxophon aus Plastik kommt nicht völlig ohne konventionelle Teile aus. Das Mundstück, sowie einige Federn und Schrauben kann der Drucker noch nicht herzaubern.

Olaf Diegel ist deshalb der Meinung, dass 3D Printing niemals die traditionelle Art der Instrumentenherstellung ersetzen wird. Aber diese Technologie komplementiert sie auf jeden Fall. So besitzt eine Gitarre eben immer auch Teile, die sich durch den 3D Druck nicht herstellen lassen. Wie sich auch der Prototyp des Saxophons noch optimieren lässt, wird die Zukunft zeigen.

Foto: © Ramona Kaulitzki – Fotolia.com

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