Künstliche Organe aus dem 3D Drucker?

Organe aus dem 3D Drucker - mit dem Bioprinter funktioniert dasDer Bioprinter versetzt die Welt in Staunen. Die Gewebezucht aus lebenden menschlichen Zellen wäre eine echte Revolution in der Medizin. Forscher arbeiten seit längerem an dieser innovativen Zukunftstechnologie. Bereits 2013 war es dem Fraunhofer Institut aus Stuttgart gelungen, Gewebe mit einem Tintenstrahldrucker zu drucken. Gelänge dies in großem Stil, würde die Schaffung künstlicher Organe in greifbare Nähe rücken. Doch eine solche Entwicklung wird laut dem Experten Anthony Atala wohl noch einige Jahre in Anspruch nehmen.

Das Zauberwort heißt: Biotinte. Lebendige Zellen, tierisches Material und Gelatine bilden ihre Grundlage. Dabei kann dieses Gel je nach Bedarf eine unterschiedliche Festigkeit oder Quellbarkeit besitzen. Doch müsste ein solches Druckerzeugnis auch ein eigenes System von Blutgefäßen, sowie Drüsen- und Immunzellen aufweisen. Vor dem Druck müssen die empfindlichen Zellen auf eine spezielle Weise (u.a. mit einer Nährlösung) vorbereitet werden, um keinen Schaden zu nehmen.

Doch bereits beim Drucken tierischer Zellen zeigte sich, die unterschiedliche Empfindsamkeit des Materials. Man fand jedoch auch heraus, dass Bindegewebe aus menschlichen Stammzellen recht resistent gegenüber dem Druckverfahren ist. Besonders schwerkranke Menschen hoffen auf die Weiterentwicklung dieser 3D Technik, da sie das lange Warten auf passende Spenderorgane ersetzen könnte. Zudem hätte man auch Einfluss gewonnen auf die adäquaten Eigenschaften des Gewebes. Die Zellgrundlage könnte dem Betroffenen selbst entnommen werden. Dadurch würde auch die Gefahr einer Abstoßung des Gewebes enorm verringert werden.

Auch für die Lebensmittelindustrie attraktiv?
Mittels eines sogenannten Bioprinters soll es zukünftig auch möglich sein, Fleisch und Leder zu drucken. Das würde auch Vegetariern eine ganz neue Welt eröffnen. So könnten die Lust auf Fleisch und der Gedanke des Tierschutzes optimal zusammengeführt werden. Massentierhaltung und ethische Bedenken ade. Obwohl ein solcher Druck schon erfolgreich getestet wurde und im Bereich des Möglichen liegt, wird noch kein gedrucktes Fleisch im Handel verkauft. Bis das mittels 3-D-Bioprinting hergestellte Gewebe ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird, kann noch viel Zeit vergehen.

Foto: © crystaleyemedia – Fotolia.com

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