Mobile Kassensysteme – drahtlos in die Zukunft?

Bezahlen mit Kreditkarte oder SmartphoneIm Zeitalter der drahtlosen Kommunikation mit Laptop, Tablets und Smartphones mutet das Bezahlen mit Scheinen oder Münzen fast schon altertümlich an. Seit Jahren arbeiten Geldinstitute, Kreditkartenanbieter und Firmen wie PayPal an neuen Formen des Bezahlens. Im Asiatischen Raum und sogar in Afrika ist man auf dem Gebiet der mobilen Kassensysteme teilweise schon weiter als in Europa.

Zahlen per App mit Gesichtserkennung
Laut PayPal haben bereits 40 Prozent der Smartphone-Besitzer mit ihrem Smartphone bezahlt. Derzeit wird Zahlen per Gesichtserkennung getestet und die Möglichkeit sich per Zahlencode in einem Laden einzuloggen und damit zu zahlen. Auch eine Anmeldung im Cafe per App wird getestet. Dabei erscheint an der Kasse zur Sicherheit ein Foto des Kunden. So wird Bezahlen ohne Münzen, Unterschrift oder PIN-Eingabe möglich.

Berührungsloses Bezahlen mit NFC
Die deutschen Sparkassen setzen auf EC-Karten mit integriertem NFC-Chip. NFC steht für „Near Field Communication“. Es handelt sich dabei um einen einheitlichen, international verbreiteten Übertragungsstandard zum Übertragen von Daten über eine sehr kurze Entfernung per Funkwellen. Bisher werden per NFC vor allem kleine Beträge übertragen, wobei man die Karte immer wieder mit einem Guthaben aufladen muss. Zum Bezahlen reicht es die Karte entweder wenige Zentimeter vom Kassensystem zu halten oder mit der Karte kurz eine Sensorfläche zu berühren. Bei der verbindungslosen Variante kann die Karte sogar in der Geldbörse bleiben.
Auch die großen Netzbetreiber bieten bereits jetzt Apps an, mit denen man per NFC irgendwann überall zahlen können soll. Die Telekom kooperiert für ihren Service namens „MyWallet“ mit dem Kreditkartenanbieter Mastercard, Eplus für „Base Wallet“ mit Maestro und Vodafone für „Vodafone Wallet“ mit Visacard. Hier entsteht leider eine Vielzahl paralleler Anwendungen, statt einer einheitlichen Lösung.

Datenschutzprobleme bei NFC und anderen Modellen
Experten für Datenschutz werfen der NFC-Technik vor, dass die Übertragung der Daten nicht sicher sei. So werden beispielsweise permanent die 15 letzten Abbuchungen, inklusive Datum, Zeit und Händlernummer gesendet. Zusätzlich können findige Personen noch die einzigartige Kartennummer abfangen und somit zumindest detaillierte Bewegungsprofile anfertigen. Das Auslesen der Daten ist zwar nur auf kurze Entfernungen möglich, erfordert aber keinerlei Genehmigung seitens des Karteninhabers. Auch die Frage, was passiert, wenn man einen Kauf reklamieren möchte, ist völlig offen. Da man bisher keine Rechnung erhält, ist man hier auf die Verkäufer angewiesen.

Ein großes Problem in Zukunft wird auch sein, wenn das Smartphone einmal verloren geht. Ein Dieb kann dann theoretisch mit dem Handy so lange einkaufen gehen, bis die App oder das Konto gesperrt wurden. Auch die Daten, die bei jedem Einkauf gesammelt werden können sind problematisch. Jeder Bezahlvorgang wird protokolliert, was letztendlich zu einem umfassenden Profil des Nutzerverhaltens führt. Was Firmen damit anstellen, können die Kunden in den meisten Fällen nicht beeinflussen.